Wissen, Natur und Achtsamkeit miteinander verbinden
Diese Ausbildung soll mehr sein als das reine Vermitteln von Pflanzenwissen.
Mein Wunsch ist es, einen Lernraum zu schaffen, in dem fundiertes Wissen über Heilpflanzen, praktische Erfahrungen, Naturverbundenheit und Achtsamkeit zusammenfinden. Einen Raum, in dem wir nicht nur lernen, was eine Pflanze kann, sondern auch wieder bewusster wahrnehmen, was die Natur mit uns Menschen macht.
Die Ausbildung orientiert sich am Ausbildungskonzept von Doris Grappendorf und wird von mir in einzelne, gut überschaubare Module gegliedert. So entsteht über die Monate hinweg ein natürlicher Lernrhythmus: Zeit zum Lernen, Zeit zum Erfahren und auch Zeit, das Gelernte zwischen den Modulen wirken zu lassen.
Geplant sind sowohl eintägige Module von 10:00 bis 17:00 Uhr im Bildungshaus Modexen als auch ausgewählte zweitägige Wochenendmodule am Samstag und Sonntag. Dieser Wechsel schafft eine schöne Balance zwischen kompakten Ausbildungstagen und Themen, für die wir uns bewusst mehr Zeit nehmen möchten.
Die Module
Modul 1 – Wurzeln der Pflanzenheilkunde
Ein Ausbildungstag
Wir beginnen mit den Grundlagen und schauen darauf, woher die Pflanzenheilkunde kommt und wie sie sich entwickelt hat.
Themen sind unter anderem:
- Geschichte der Pflanzenkunde und Phytotherapie
- Bedeutung und Aufgaben der Kommission E
- wichtige Pflanzeninhaltsstoffe
- Grundlagen ihrer Wirkungen
- erste Schritte in das phytotherapeutische Denken
So entsteht ein solides Fundament, auf dem die weiteren Module aufbauen können.
Modul 2 – Botanik, Pflanzenbestimmung, Sammeln und Verarbeiten
Ein Ausbildungstag
Bevor wir Heilpflanzen sammeln und verwenden, ist es wichtig, sie wirklich kennenzulernen. Deshalb verbinden wir an diesem Tag die Grundlagen der Botanik mit praktischen Bestimmungsübungen sowie dem achtsamen Sammeln und Verarbeiten von Heilkräutern.
Wir schauen uns an, wie Pflanzen aufgebaut sind, wie sie botanisch eingeordnet werden und anhand welcher Merkmale wir sie sicher unterscheiden können.
Themen dieses Moduls sind unter anderem:
- Grundlagen der Botanik
- botanische Systematik und Pflanzenfamilien
- Aufbau einer Pflanze – Wurzel, Stängel, Blatt, Blüte, Frucht und Samen
- wichtige Merkmale zur Pflanzenbestimmung
- praktische Bestimmungsübungen
- Umgang mit Bestimmungsbüchern und anderen Bestimmungshilfen
- achtsames und nachhaltiges Sammeln von Wild- und Heilpflanzen
- Sammelzeiten und die Frage: Welcher Pflanzenteil wird wann gesammelt?
- Trocknen, Lagern und Aufbewahren von Heilkräutern
- verschiedene Möglichkeiten der Verarbeitung
- erste praktische Pflanzenzubereitungen
Ein weiterer Bestandteil dieses Moduls ist die Einführung in das Erstellen eines eigenen Herbariums.
Das Herbarium darf euch durch die gesamte Ausbildung begleiten. Nach und nach entsteht daraus eine ganz persönliche Pflanzensammlung mit getrockneten Pflanzen, botanischen Namen, Pflanzenfamilien, Fundorten, Sammelzeiten und eigenen Beobachtungen.
So wird das Herbarium nicht nur eine Lernaufgabe, sondern ein wertvolles persönliches Nachschlagewerk und zugleich eine schöne Erinnerung an die gemeinsame Ausbildungszeit.
Außerdem beschäftigen wir uns mit der Kräuterspirale.
Wir schauen uns an, wie eine Kräuterspirale aufgebaut ist, welche unterschiedlichen Standortbereiche darin entstehen und welche Heil- und Küchenkräuter sich für die jeweiligen Zonen eignen.
Natürlich verbinden wir diesen Tag, wenn möglich, mit einem kleinen Naturgang. Wir nehmen uns Zeit, Pflanzen direkt an ihrem Standort zu betrachten und gemeinsam zu fragen:
Was wächst denn da?
Woran erkenne ich diese Pflanze?
Zu welcher Pflanzenfamilie gehört sie?
Und was verrät mir ihr Aufbau über sie?
So dürfen botanisches Wissen, eigenes Beobachten und praktische Erfahrung miteinander wachsen.
Denn Pflanzen sicher bestimmen zu können, beginnt nicht allein mit dem Auswendiglernen, sondern vor allem mit dem genauen Hinsehen.
Modul 3 & 4 – Krankheitsbilder und phytotherapeutische Behandlung
Zweitägiges Wochenendmodule
Nun steigen wir tiefer in die Anwendung der Heilpflanzen ein.
Anhand verschiedener Krankheitsbilder lernen wir Heilpflanzen und ihre Einsatzmöglichkeiten kennen und beschäftigen uns damit, wie phytotherapeutische Anwendungen sinnvoll zusammengestellt werden können.
Neben dem theoretischen Wissen bleibt ausreichend Raum für praktische Beispiele, Fallbesprechungen, eigene Erfahrungen und Fragen.
Modul 5 & 6 – Krankheitsbilder und phytotherapeutische Behandlung
Zweitägiges Wochenendmodule
In diesem zweiten großen Themenblock vertiefen und erweitern wir unser Wissen zu weiteren Krankheitsbildern und den entsprechenden Heilpflanzen.
Wir lernen Zusammenhänge zu erkennen und Pflanzen nicht nur einzeln zu betrachten, sondern sie immer stärker in ein ganzheitliches phytotherapeutisches Verständnis einzuordnen.
Dabei geht es nicht um auswendig gelerntes Wissen allein, sondern darum, Sicherheit im Umgang mit den Pflanzen und ihren Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Modul 7 – Praktische Übungen
Ein Ausbildungstag
Ein Tag zum Tun, Ausprobieren und Erleben.
Wir setzen unser bisher erworbenes Wissen praktisch um und stellen verschiedene pflanzliche Zubereitungen selbst her.
Das eigene Arbeiten mit den Pflanzen ist ein wichtiger Bestandteil dieser Ausbildung, denn vieles lässt sich mit den Händen, den Sinnen und durch das eigene Erleben noch einmal ganz anders begreifen.
Modul 8 – Wildkräuterküche
Ein Ausbildungstag
Heilpflanzen dürfen auch Genuss sein.
An diesem Tag verbinden wir Pflanzenwissen mit der Küche und entdecken, wie Wildkräuter unseren Speiseplan bereichern können.
Wir sammeln, verarbeiten, probieren und genießen gemeinsam und schauen dabei natürlich auch auf Inhaltsstoffe, Wirkungen und Verwendungsmöglichkeiten unserer heimischen Wildkräuter.
Modul 9 – Eigene Kräuterseminare planen und durchführen
Ein Ausbildungstag
Wie gebe ich mein Wissen später weiter?
Wir beschäftigen uns mit der Planung und Gestaltung eigener Kräuterseminare und Pflanzenveranstaltungen.
Dabei geht es unter anderem um:
- Aufbau und Struktur eines Seminars
- Auswahl geeigneter Themen
- Gestaltung von Kräuterwanderungen
- verständliche Wissensvermittlung
- Umgang mit Gruppen
- praktische Vorbereitung
Außerdem nehmen wir uns Zeit, gemeinsam Übungs- und Prüfungsfragen zu bearbeiten und bereits gelerntes Wissen zu festigen.
Modul 10 – Wurzeln und ihre Heilwirkungen
Ein besonderer Zusatztag – im Ausbildungspreis enthalten
Dieses Modul ist mein kleines Extra-Bonbon für euch.
Gerade die Wurzeln unserer Heilpflanzen tragen eine ganz besondere Kraft in sich. Sie stehen für Erdung, Rückzug, Speicherung und Beständigkeit.
Wir beschäftigen uns intensiv mit ausgewählten Heilwurzeln, ihrer traditionellen und heutigen Verwendung, ihren Inhaltsstoffen und ihren Wirkungen.
Wenn es die Jahreszeit erlaubt, gehen wir natürlich auch hinaus und schauen gemeinsam:
Welche Wurzeln können wir jetzt finden und kennenlernen?
Dieses zusätzliche Wurzelmodul ist bereits im Preis der Ausbildung enthalten.
Modul 11 – Prüfung und gemeinsamer Abschluss
Am Ende unserer gemeinsamen Ausbildungszeit steht die Prüfung.
Doch dieser Tag soll nicht nur ein Prüfungstag sein.
Er soll auch Raum dafür geben, zurückzublicken:
Was habe ich gelernt?
Welche Pflanze ist mir besonders ans Herz gewachsen?
Was hat sich in meiner Wahrnehmung der Natur verändert?
Und wohin möchte ich mit meinem Wissen weitergehen?
Wir schließen die gemeinsame Ausbildungszeit bewusst miteinander ab und würdigen den Weg, den jede Einzelne und jeder Einzelne gegangen ist.
Was diese Ausbildung besonders machen soll
In jedem Modul soll es neben dem fachlichen Wissen auch Zeit geben für das, was im Alltag oftmals zu kurz kommt.
Zeit zum Ankommen. Zeit zum Wahrnehmen. Zeit für Natur.
Deshalb gehören zu unseren Ausbildungstagen immer wieder kleine Elemente wie:
- Achtsamkeit und bewusstes Ankommen
- Momente der Stille
- Reflexion
- Austausch innerhalb der Gruppe
- praktische Übungen
- Naturerfahrungen
- kleine Pflanzen- und Kräuterspaziergänge
- die Frage: „Was wächst denn da eigentlich gerade?“
- gemeinsames Lernen mit allen Sinnen
Auch die Naturresilienz soll einen wichtigen Platz bekommen.
Denn Natur kann uns nicht nur Wissen schenken. Sie kann uns beruhigen, stärken, erden und dabei helfen, wieder mehr bei uns selbst anzukommen.
Ich möchte deshalb eine Ausbildung gestalten, nach deren Tagen man nicht nur mit einem Kopf voller neuer Informationen nach Hause geht, sondern vielleicht auch ein kleines Stück ruhiger, verbundener und gestärkter.
Unsere gemeinsame Mittagspause
Auch die Pausen gehören für mich zu einem guten Ausbildungstag.
Mittags machen wir ganz bewusst gemeinsam Pause. Jede und jeder bringt etwas zu essen für sich mit und wir nehmen uns Zeit, zusammenzusitzen, miteinander ins Gespräch zu kommen oder einfach einen Moment die Ruhe zu genießen.
So darf aus einer Ausbildungsgruppe mit der Zeit auch eine Gemeinschaft entstehen.
Lernen darf gut tun
Diese Ausbildung soll Fachwissen und Menschlichkeit, Theorie und Praxis, Heilpflanzenwissen und Naturerfahrung miteinander verbinden.
Wir werden lernen, riechen, schmecken, fühlen, ausprobieren, beobachten, miteinander lachen, Fragen stellen, still werden und immer wieder hinausgehen.
Denn Heilpflanzenkunde findet für mich nicht nur in Büchern statt.
Sie beginnt dort, wo wir einer Pflanze wirklich begegnen.
Mit offenen Augen.
Mit unseren Händen.
Mit unserem Wissen.
Und mit dem Herzen.
So darf über die Monate eine Phytotherapie-Ausbildung entstehen, die Wissen vermittelt – und gleichzeitig dem Menschen guttut.
